21.06.2021

23.06.2011 - "Wasser marsch" ohne Barriere

Bericht aus der Neuen Presse vom 23.06.2011 zum Thema landkreisübergreifende Einsätze und integrierte Leitstelle

Feuer kennt keine Grenzen. Es kommt auf Minuten, gar Sekunden an, wenn die Feuerwehr Menschenleben retten und einen Brand erfolgreich löschen will. Langes Suchen, Kompetenzgerangel und Kirchturmdenken behindern einen effektiven Einsatz. Die Führungskräfte haben die Notwendigkeit der Kooperation längst erkannt. "Das ist unser Feuer, was wollt ihr hier? Diese Zeiten sind endgültig vorbei", stellt der Kommandant der Feuerwehr Ebern, Markus Appel, klar. Die Bezirksgrenzen spielen keine Rolle mehr. "Man zieht um den Einsatzort mit dem Zirkel einen Kreis und bezieht dort alle Wehren mit ihrer Ausrüstung ein."

So forderten die Einsatzkräfte in Seßlach eine weitere Drehleiter neben der in Coburg und Ebersdorf an: Ebern liegt im Einzugsgebiet, deshalb rückten dort zwölf Floriansjünger mit entsprechenden Fahrzeugen aus.

Die Bereitschaft zur Zusammenarbeit über Grenzen hinweg erleichtert die moderne Technik. Der Rettungszweckverband in der Region Coburg, Lichtenfels und Kronach hat eine integrierte Leitstelle in Ebersdorf errichten lassen, die den neuen Ansprüchen genügt. Die Vernetzung der Wehren wird erheblich beschleunigt. "Per Knopfdruck können sich die Leitstellen austauschen und informieren." Unnötige Zeitverluste bei der Anfahrt und beim Erstangriff lassen sich verringern. "Wer am nächsten dran ist, kommt zum Einsatz." Probleme aufgrund der Kommandostruktur sieht Appel nicht: "Wir kommen und ordnen uns den Weisungen des örtlichen Einsatzleiters unter."

Die neue Rettungsleitstelle in Schweinfurt, die unter anderem für den Landkreis Haßberge zuständig ist, wird nach Auskunft des Landratsamtes Schweinfurt im März 2012 offiziell eröffnet. Die ersten beiden Monate der neuen Jahres nutzt der Rettungszweckverband für einen Probebetrieb. "Wenn sie fertig ist, dann geht es noch schneller", verspricht Kommandant Appel.

Der Kreisbrandrat des Landkreises Coburg, Manfred Lorenz, freut sich über Unterstützung aus dem Landkreis Haßberge. Auch er profitiert von der Leitstellentechnik: "Es ist für mich einfacher geworden, Spezialgerät anzufordern." Neben der Feuerwehr aus Ebern mit ihrer Drehleiter machten sich auch Aktive aus Altenstein und Hafenpreppach auf ins benachbarte Seßlach, um beim Löschen des Großbrandes zu helfen. Seßlachs 3. Bürgermeister Martin Mittag, der zum Zeitpunkt des Brandes die Vertretung der Stadt inne hatte, bedankt sich bei den Einsatzkräften aus Unterfranken. Deren Unterstützung hält Mittag für nicht selbstverständlich.

Text: Neue Presse