21.06.2021

11.08.2010 - Feuerwehreinsatztraining Wildflecken 2010

Nach dem Vorbild der Berufsfeuerwehr München organisierte der Lichtenfelser Markus Führer auch im Jahr 2010 wieder ein Einsatztraining für die Feuerwehr auf dem Truppenübungsplatz in Wildflecken. Aus dem Landkreis Bayreuth nahm die Feuerwehr aus Hollfeld vom 05.08.2010 - 08.08.2010 mit sechs Personen und ihrem LF 16/12 teil. Unterstützt wurden die Hollfelder Kameraden von drei Feuerwehrmännern aus Hafenpreppach, die die Löschgruppe vervollständigten. Insgesamt reisten zu der Großübung 270 Feuerwehrleute aus ganz Oberfranken an. Die anwesenden Feuerwehren wurden in zehn Löschzüge eingeteilt, zusammen mit den Feuerwehren Münchberg und Enchenreuth bildete die Feuerwehr Hollfeld den Löschzug 60.

Nach einer Orientierungsfahrt auf dem weitläufigen Gelände des Truppenübungsplatzes spätabends am Donnerstag, begann am Freitag das Einsatztraining. Bis zum späten Samstag Nachmittag wurden die Löschzüge bei zahlreichen realistisch nachgestellten Einsatzszenarien gefordert, die Gebäude- und PKW-Brände genauso beinhalteten, wie auch Technische Hilfeleistungen. Zwischen den Einsätzen fanden Vorträge zu Themen wie Brandermittlung durch die Kriminalpolizei und den richtigen Einsatz von Überdruckbelüftung, sowie ein Hohlstrahlrohrtraining im Brandcontainer statt.

Einer der Höhepunkte war sicherlich eine zweistündige Nachtübung in der Housing-Area, bei der die Pyrotechnikgruppe des THW Kulmbach für realistische Effekte sorgte. Mit einem gemeinsamen Grillfest wurde das Einsatztraining am Samstag Abend beendet.

Den Organisatoren ist ein eindrucksvolles Wochenende mit großem Lerneffekt gelungen. Viele Teilnehmer konnten die Gelegenheit nutzen Erfahrungen als Zug- oder Gruppenführer innerhalb des Löschzuges zu sammeln und die an jeden Einsatz anschließende Besprechung zur gelungenen oder manchmal auch weniger gelungenen Einsatztaktik sorgte für einige Aha-Momente. In diesem Zusammenhang ergeht ein herzliches Dankeschön an Markus Führer und das restliche Orga-Team für die hervorragende Arbeit und an die vielen Helfer vom THW für die gute Verpflegung und die Pyrotechnik, sowie an die Bundeswehr.



Nachfolgend einige Bilder unserer Einsätze



Im ersten Einsatz für den Löschzug musste eine unter einem Kettenfahrzeug eingeklemmte Person befreit werden. Mittels pneumatischer Hebegeräte konnte der Verletzte nach kurzer Zeit gerettet und dem Rettungsdienst übergeben werden.



Zwei verunfallte PKW mit einer eingeklemmten und schwer verletzten Person stellten die nächste Lage dar. Die Schwierigkeiten bei diesem Einsatz waren zum einen die instabile Lage der PKW und zum anderen der Ast, der den Fahrer durchspießte. Nach der Sicherung der beiden PKW gegen Umfallen durch ein Stahlseil und mit hydraulischen Stempeln konnten die Rettungsarbeiten beginnen und die Person mit Schere und Spreizer befreit werden.



Mit angelegten Atemschutzgeräten drangen zwei Feuerwehrkameraden aus Münchberg in einen Schacht vor. Zeitgleich wurde aus zwei Steckleiterteilen eine Bockleiter gebaut, über welche die verunglückte Person dann mittels des Gurtes der Absturzsicherung aus dem Schacht gerettet werden konnte.



Vorgehen zur Personenrettung und Brandbekämpfung bei einem Wohnungsbrand in einem mehrstöckigem Mietshaus.



Verkehrsunfall mit einem Kleinbus, bei dem eine Person verletzt im Fahrzeug lag, welches im weiteren Verlauf zu brennen begann. Eine weitere Person wurde von dem Kleinbus überrollt und kam darunter zu Liegen. Nach Eintreffen an der Einsatzstelle begann die Feuerwehr Münchberg unter Atemschutz den Brand zu bekämpfen und eine im Fahrzeug befindliche Gasflasche zu bergen. Die verletzte Person im Fahrzeug wurde durch das Fenster aus dem Fahrzeug gerettet. Zeitgleich installierte die Feuerwehr Hollfeld ein Hebekissen unter dem Fahrzeug, um auch die überrollte Person retten zu können.



Für alle Atemschutzgeräteträger wurde ein Hohlstrahlrohrtraining in einem Brandcontainer durchgeführt und der Umgang mit der Wärmebildkamera geschult.



Theoretische und praktische Schulung des Leiterhebels, mit dem eine Person auf der Krankentrage aus der Höhe abgelassen werden kann. Gerade weil diese Technik im Einsatz selten genutzt wird, ist ein regelmäßiges Üben unerlässlich, damit im Ernstfall dieses Wissen abgerufen werden kann.



Die Abschlussübung fand in der Housing-Area statt. Hier wurden alle Löschzüge zu angenommenen Unruhen alarmiert. Nicht nur dass die Randalierer Fahrzeuge und Mülltonnen in Brand setzten, auch die Feuerwehrkräfte wurden angegriffen. Eine Situation, die in unserer Region glücklicherweise noch nicht eingetreten ist, aber in größeren Städten leider immer öfter zu sehen ist.



Es grüßt der Löschzug 60, bestehend aus den Feuerwehren Münchberg, Enchenreuth, Hafenpreppach und Hollfeld